Über Ayurveda
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Was ist Ayurveda?

Auch heute behandelt die Hälfte aller indischen Ärzte nach den lehren der ayurvedischen Medizin. Grundlage des ayurvedischen Denkens bilden die sogenannten Doshas, das sind die 3 Wirkungsprinzipien, die alle körperlichen und mentalen Abläufe des Menschen regeln. sie werden Vata, Pitta und Kapha genannt. Die Grundkonstitution eines Menschen ist durch das Mischungsverhältnis der Doshas für das ganze Leben festgelegt. Es können ein oder zwei Doshas im Menschen vorherrschen, oder alle 3 von gleicher Stärke sein. Jeder Mensch wird mit einer individuellen Mischung dieser Doshas geboren und behält sie für sein ganzes Leben. Ein Ungleichgewicht der individuellen Dosha-Mischung durch falsche Ernährung oder falsche Lebensart lässt Krankheiten entstehen. Wichtig ist also die Feststellung der Konstitution, die der Patient mitbringt, und wieweit die Doshas ins Ungleichgewicht geraten sind. Die Wiederherstellung dieses Gleichgewichtes ist das erklärte Ziel der ayurvedischen Behandlung.

Besser als jede herkömmliche Therapie ist die Vorsorge, um dieses natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Der Ayurveda hat dafür Lebens- und Ernährungsregeln, und eine natürliche Körperpflege für die verschiedenen Konstitutionen entwickelt. Yoga und Meditation stärken die Geisteskräfte und den inneren Frieden.

 

 

Dr. med. Ulrich Bauhofer:

Das ayurvedische Prinzip:

Gleichgewicht der Doshas

 Wer erste Schritte zur praktischen Anwendung des Maharishi Ayurveda gehen möchte, muß nur zwei grundlegende ayurvedische Gesetzmäßigkeiten verstehen.  Sie lauten:

 1.    Alles, was auf unseren Organismus einwirkt - Nahrung ebenso wie jegliche Sinneserfahrung -, lässt sich den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha zuordnen.  Wenn ich die Farbe rot sehe, wird mein Pitta angeregt; wenn ich etwas Süßes esse, wird Kapha stimuliert; wenn ich mir nicht genügend Ruhe gönne, nimmt Vata zu.  Neben diesen Einwirkungen von außen beeinflusst auch jeder innere Vorgang meines Organismus die drei Doshas: Wenn ich nervös bin, steigt Vata.  Ein aggressiver Gedanke stimuliert Pitta, ein liebevoller Kapha.

2.    Unser Organismus ist ein kybernetisches System, das mit Hilfe seiner komplexen Regelkreise kontinuierlich versucht, Störfaktoren auszugleichen.  Beispielsweise bemüht sich der Körper, einen dauernden Vata-Stimulus durch Aktivierung seines eigenen Kaphas zu kompensieren.  Wenn die Regulationsreserven jedoch einmal erschöpft sind, gleitet der Organismus in eine Krankheit ab.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass sich die Funktionen der Doshas innerhalb eines natürlichen Spielraums bewegen.  Ein Gleichgewicht dieser drei Prinzipien dürfen wir nicht als starres Verhältnis von Vata, Pitta und Kapha begreifen.  Die drei Doshas stellen sich und ihre gegenseitige Beziehung auf veränderte Bedingungen ein:

Ein Prozess fortwährender und äußerst dynamische Anpassung.  Gesundheit ist kein Zustand, Gesundheit ist ein Prozess.  Jeden Augenblick erwerben wir sie uns neu.

Wie entsteht dann eine Krankheit?  Hippokrates hat einmal gesagt: "Krankheiten fallen nicht einfach vom Himmel, sie sind vielmehr das Resultat all der kleinen Sünden, die wir täglich begehen." Wenn beispielsweise ein permanenter Vata stimulierender Einfluss das Vata-Prinzip aus seinem natürlichen Spielraum drängt, entsteht schließlich eine Vata-Störung.  Sie kann sich zum Beispiel in Form von

Der natürliche Spielraum von Vata, Pitta und Kapha heißt im Maharishi Ayur-Veda prakriti. Übersetzt bedeutet prakriti die Natur eines Menschen die natürliche ideale Funktionsdynamik eines individuellen Organismus.  In der modernen Chaosforschung nennt man den Spielraum, in dem sich ein System am wohlsten fühlt, Attraktor.  Unsere individuelle Natur, unser prakriti besitzt eine unwiderstehliche Anziehungskraft für das Wechselspiel von Vata, Pitta und Kapha.  Oder modern ausgedrückt: Unser prakriti ist der Attraktor für die Doshas.  Die Doshas suchen diesen idealen Spielraum und diese Suche bestimmt, wie unser Geist-Körper-System auf äußere Einflüsse reagiert.

Stellen Sie sich vor, es ist ein heißer Sommertag, Sie schwitzen und haben starken Durst.  Nur noch ein Gedanke kreist in Ihrem Kopf: "Jetzt etwas Kaltes zu trinken!" Welch eine Erleichterung empfinden Sie, wenn das kühle Nass Ihre Kehle herunterläuft.  Doch was bemerken Sie schon ein paar Minuten später?  Zu Ihrem Verdruss schwitzen Sie noch mehr.  Was ist passiert?

Die hohen Außentemperaturen führen dem Organismus Pitta zu.  Als Reaktion darauf senkt der Körper seine eigene Pitta-Produktion auf ein Minimum.  Wenn Sie nun etwas Kaltes trinken - das Getränk hat um die 5°C, liegt also etwa 30° C unter der Körpertemperatur -, geben Sie Ihrem Körperinneren die Information: "Hier ist es kalt." Wie wird Ihr Organismus reagieren?  Es wird mehr Wärme produzieren.  Und da er zuvor sein inneres Pitta auf ein Minimum reduziert hat, bleibt ihm ausreichend Reserve für eine spürbare Steigerung.  Neben dem äußeren Pitta-Einfluss nimmt also auch noch das innere Pitta zu.  Resultat: Es ist Ihnen noch heißer.

 

Gleichgewicht – in unserer Hand

  

Was können wir aus unserem Beispiel lernen?  Wir können die Regelkreise in unserem Organismus schützen oder schädigen.  Angewandt auf den heißen Sommertag bedeutet das: Trinken Sie etwas Warmes, zumindest etwas Zimmerwarmes, - beispielsweise einen Pfefferminztee -, dann steigt Ihr inneres Pitta nicht und die Minze neutralisiert die Hitze von außen. Lassen Sie uns dieses Beispiel noch etwas erweitern, ayurvedische Regulationsprinzip noch gründlicher zu verstehen: Es ist kein heißer Sommer-, sondern ein kalter Wintertag. Wenn man bei großer Hitze etwas warmes trinken sollte, müsste man eigentlich im Winter etwas kaltes trinken, um die Wärmeproduktion des Körpers anzuregen. Aber warum stimmt diese Logik jetzt nicht? Ist es draußen kalt, versucht der Körper durch sein eigenes Pitta die Kälte auszugleichen. Das körpereigene Pitta arbeitet im Bereich seines Maximums. Wenn wir nun etwas kaltes trinken, verstärken wir Kapha (das selbst kalt ist) und vermindern zunächst Pitta. Wir frieren. Der Körper versucht, mit einer weiteren Pittasteiferung gegen zu regulieren, ist jedoch dazu nicht mehr imstande, da das Pitta-Prinzip bereits im Bereits im Bereich seines Maximums arbeitet. Durch die Kälte von außen strauchelt der Organismus und verliert sein Gleichgewicht. Kapha nimmt zu, und wir frieren. Genau so verhält es sich, wenn wir uns in einem warmen Zimmer aufhalten, und es draußen kalt ist. Die Heizung läuft mit maximaler Stärke. Öffnen wir nun für eine Weile das Fenster, sinkt die Raumtemperatur ab. Da die Heizung bereits im Bereich des Maximums arbeitet, kann sie den plötzlichen Käteeinbruch nicht mehr kompensieren. Haben wir einmal den Regulierungsmechanismus der 3 Doshas verstanden, begreifen wir auch schnell das Konzept einer ayurvedischen Therapie. Solch eine Behandlung muss immer ganzheitlich sein.  Sie steckt die Rahmenbedingungen ab, die dem Organismus helfen, seine Regulationsreserven neu aufzubauen, die Störungen zu beheben und sein natürliches Gleichgewicht wiederzufinden. Seien es Pansha-Karma, transzendentale Meditationen, ein ayurvedisches Heilmittel oder eine gesunde Ernährung – alle Maßnahmen dienen dazu, unsere Körperintelligenz zu beleben. Diese Körperintelligenz ist die Intelligenz der Natur. Sie steuert unser Inneres Gleichgewicht, reguliert die Dynamik der Doshas und verkörpert den Arzt in uns. Vergessen wir nie: Der eigentliche Arzt ist immer der Arzt in uns selbst.

  DOSHA ÜBERSICHT 

VATA

PITTA

KAPHA

Wirkungen ausgeglichener Doshas:

Gute Stimmung, klarer und wacher Geist, gute Ausscheidungsfunktionen von Blase und Darm, Aufbau stabiler Körpergewebe, gesunder Schlaf, ausgezeichnete Vitalität und Immunität.

 

 

Wirkungen gestörter

Doshas:

Rauhe Haut, Gewichtsverlust, dunkle Hautfärbung, Schlaflosigkeit, Unruhe, Ängstlichkeit, Sorgen und Kummer, Verstopfung, Schwäche und Abgeschlagenheit, Gelenkbeschwerden, Bluthochdruck

Wirkungen ausgeglichener Doshas:

Strahlendes Aussehen, Zufriedenheit, gute Verdauung, geschmeidiger Körper, ausgewogener Wärmehaushalt, klarer Intellekt, Mut, Stärke, Herzlichkeit

 

  Wirkungen gestörter Doshas:

Gelbliches Aussehen, starkes Schwitzen, schlechter Schlaf, schwache Verdauungskraft, Neigung zu Entzündungen, Hautkrankheiten, Magen- und Darmbeschwerden, instabile Emotionen

Wirkungen ausgeglichener Doshas:

Stärke, kräftige Gelenke, stabiler Geist, Würde, Mitgefühl, Nachsicht, kompakter und gut proportionierter Körperbau, Mut, Vitalität, Ausdauer, Großzügigkeit, Sanftmut.

 

  Wirkungen gestörter Doshas:

Blasse Hautfarbe, Kälteempfindlichkeit, Trägheit und Dumpfheit, übermäßiger Schlaf, Asthma, übermäßige Gewichtszunahme, instabile Gelenke, Depressionen.

 

 

 

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